Von Wichtigkeiten und Nichtigkeiten

Ein intensiver Tag ist am ausklingen. Intensiv im Kopf. Intensiv im Gefühl.

Weiß gar nicht so recht, wo ich anfangen soll… Wir haben seit Montag eine Praktikantin in der Praxis. Schulpraktikum. 8.KLasse, ihr kennt das^^ Nettes Mädel, scheint Interesse zu haben. Ich sie also mitgenommen zu meinen Lymph-Patienten und eben erzählt warum wieso weshalb etc. Dann ist mir aber am Nachmittag eingefallen, dass ich es etwas besser machen wollte, was Nachwuchsförderung anbelangt, wie vllt. der eine oder andere genervte Kollege, aber dazu ein anderes Mal mehr.. In der Mittagspause ist mir das Mädel dann halb zusammengeklappt. K.A warum, hab sie dann essen und trinken geschickt und frische Luft schnappen lassen und halt bissel nachgefragt was los ist und ob sie das öfter hat. Stellte sich raus in letzter Zeit öfter und das sie schlecht einschlafen kann. Finde es ja generell höchst bedenklich, wie viele Menschen Schlafprobleme haben und wenn es dann auch (schon) Teenager betrifft… Hab ihr geraten sie soll mal Blut nehmen lasen und mal nach dem Eisen und Speichereisen (Ferritin) schauen lassen; ist ja bei Mädels eh ganz oft etwas neidrig, ich sprech da aus Erfahrung^^ Also ja wir haben quasi Teenager mit Schlafstörungen und auf der anderen Seite…

bin ich dann am Nachmittag von meiner 89-jährigen Krebspatitin weg die mir heute besonders ausführlich nochmals ihre Lebensgeschichte erzählt hat: Wolga-deutsche, Vater und Mutter Mitte der 30er Jahre in Russland verstorben. Ist dann mit ihren 2 Geschwistern von „Bekannten“ durchgebracht worden. Hat dann auch miterlebt, als man als deutsch-Russen nicht russisch genug war und einfach kein deutsch mehr sprechen durfte und andere grausame Dinge wie Deportation und Abschiebungen nach Sibierien. Schluss endlich hat sie es aber geschafft: hat selber 4 Kinder in Russland großgezogen und wohnt wohl nun seit 24 Jahren in baden-Württemberg. ihre Zieh-mutter (so nenn ich das jetzt mal) starb hier in Deutschland mit 101! Jahren! Wahnsinn. Seit letztem Jahr hat die gute Frau nun Brustkrebs. Ob ich sie wieder sehe weiß ich nicht. ……und todkranke Zeitzeugen die die verbrechen des 3. Reichs miterlebt haben auf der Anderen.

und dann ist da noch meine Vermieterin die nicht möchte, dass unsere zwei Kater über unser Schlafzimmerfenster raus und rein gehen, weil diese ja dann auf ihr begehbares Garagendach kacken…

Währenddessen plant mein Schwiegervater gerade wie er das Erbe möglichst geschickt vergrößert und das hoffentlich schafft bevor auch er vom Krebs dahingerafft wird und seine Frau der Vergessenheit anheimfällt, weil demenzkrank…

Ich habe mal aus meiner Lieblingsserie „Doctor Who“ einen schönen Satz gehört: „Leid ist nicht vergleichbar“

Zumindest gehts mir jetzt besser nachdem ich hier so bisschen Gedanken ordnen und loswerden konnte.

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