#DeDi-Bilder im Kopf. Nicht.

Das Leben mit meiner an Demenz erkrankten Schwiegermama gestaltet sich bisher recht ruhig und unkompliziert.

Die Dame ging und geht gerne Essen. Das ist das was sie früher gern gemacht hat; also lädt sie uns regelmäßig dazu ein. Wir kommen der Bitte hin und wieder nach, wir haben ja im Nachbarort auch unsere Stammlokal^^ Demnächst gehts aber mal zum Chinesen…

Das Essen selber gestaltet sich in sofern eingeschränkt, dass sie ein Messer überfordert, deshalb wird alles klein geschnitten, so dass sie es nur mit der Gabel anpieksen braucht. Aber sie isst ja soo kleine Portionen, da sind wir nun dazu übergegangen, sie isst einfach von mir mit^^. Aber wehe wir sind zu Hause, da ist vor ihr kein Keks und kein Dominostein sicher 😉 Aber soll sie doch essen, wenn es ihr noch schmeckt. Ich hoffe es bleibt ihr (und uns) erspart, nicht mehr zu wissen, wie man isst…

Neulich nach dem Essen beim Griechen: Sie geht in die Küche, schaut sich suchend um. Ich gehe hinterher, da ich eh hin musste und fragte, was sie denn möchte. Als Antwort bekomm ich: „Ich suche was trockenes.“ Ähm ja, da steht man ersmla da und es rattert in meinem Kopf: „Willst du etwas trocken wischen?“ „Ne“ Sie gestikuliert hilfesuchend. Ich bekomme Panik. Sie schaut sich in der Küche um, ihr Blick trifft auf die.. Verpackung mit den Doppelkeksen 😛 „Das da hab ich gesucht!“ Sagt sie freudig und fragt ob si sich einen nehmen darf. „Ja klar.“ antworte ich…

Aber ernsthaft… von „was trockenes“ auf „Keks“ zu kommen da sind vielen Ecken notwendig, aber zumindest hab ich was gelernt^^

Der Grund, warum sie essen gehen möchte: Sie möchte mich in der Küche entlasten. Fun fact an dieser Stelle: Mein Mann, also ihr Sohn kocht 😉 Aber da ist nun mal dieses Bild im Kopf, dass die Frau in der Küche steht…

Und wo wir gerade bei Bildern sind:

Neulich streichelte sie ganz verzückt den Kater… Nur das der Kater bei mir im Schlafzimmer lag und vor sich hin schnarchte. Stattdessen streichelte sie das Hasenfell, und wunderte sich, warum „der Kleine“ so gar nicht reagierte. Als ich dann ins Wohnzimmer kam, fragte sie mich: „Du Antje, ich bin mir nicht sicher. Das was ich da streichle ist nicht der Kater oder?“ Ich so:“ Ähem, Neee. aber wenn s dich beruhigt ist doch alles gut!“ Wir mussten beide lachen…

Ich finde daran sieht man sehr gut, was im Kopf an Verbindungen verloren geht. Da sieht und fühlt man ein Fell, aber der Rest zum Unterscheiden, was Fell und was echtes Tier ist fehlte in dem Augenblick. Oder auch der Keks: Sie wusste dass der Keks trocken ist, konnte mir aber nicht mitteilen, dass sie entweder Hunger/Appetit hat um mir so auf die Sprünge zu helfen. Das Wort „Keks“ war einfach weg…

Das mal zum Thema Bilder im Kopf oder auch nicht…

Nilarii

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